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Zucker

Zucker – wie schädlich ist er wirklich?
Unsere Vorliebe für Süßes ist angeboren. Doch war Zucker früher ein Luxuslebensmittel, konsumiert jeder Deutsche heute im Jahr durchschnittlich 35 Kilo davon. Dieser Wert überschreitet längst die Grenzen dessen, was als gesund gilt.
Viele glauben, Zucker sei ein notwendiges Lebensmittel und nicht aus unserem Speiseplan weg zu denken. Das stimmt nur teilweise.
Es ist richtig, dass der Mensch Kohlenhydrate als Brennstoff benötigt. Die Kohlenhydrate kann er nur in Form von Zuckermolekülen verwerten. Diese müssen wir allerdings nicht zusätzlich aufnehmen, denn der Mensch kann ihn aus verschieden Arten von Kohlenhydraten herstellen. Zum Beispiel aus Brot, Kartoffeln, Nudeln, Früchten und Gemüse. Die Kohlenhydrate werden vom Körper in die kleinesten Bausteine, in Zuckerbausteine abgebaut und können dann als Energie genutzt werden. Diese Lebensmittel haben den Vorteil, sie machen besser satt und enthalten andere Inhaltsstoffe wie Vitamine und Ballaststoffe.

Was genau verursacht Zucker im Körper?

Erscheint ein natürlicher Zucker in unserem Körper, beispielsweise in Form eines Apfels, dann passiert folgendes:
Der Apfel wandert durch den Magen und landet anschließend im Dünndarm. Hier werden dessen enthaltene Zuckermoleküle durch die Darmwand ins Blut aufgenommen. Über das Blut gelangen sie zur Leber.
Der normale Blutzuckerspiegel befand sich vor dem Apfel auf einem Grundwert von etwa 80 bis 100mg pro 100 ml Blut. Durch die dazu gekommenen Zuckermoleküle steigt er über Stunden auf etwa 120 bis 150mg an. Gleichzeitig wird in der Bauchspeicheldrüse das Hormon Insulin zu produziert.
Das Insulin hat die Aufgabe, den Blutzuckerspiegel wieder auf seinem ursprünglichen Grundwert von 80 bis 100mg zu senken.
Da der Zucker in Früchten nie pur vorhanden ist, sondern immer zusammen mit Vitaminen und Ballaststoffen in den Körper gelangt, verzögert sich der Anstieg des Blutzuckerspiegels um bis zu 2 Stunden nach dem Verzehr.
Das ist auch der Grund, warum man nach einer ausgewogenen, ballaststoffreichen Mahlzeit länger satt und zufrieden ist.
Wird der zugeführte Zucker nicht direkt als Energielieferant benötigt, wird er in Form von Glykogen in der Leber gespeichert. Sind die Speicherkapazitäten der Leber voll, kann Zucker auch in Fett umgewandelt und an unseren ungeliebten Problemzonen angelagert werden.
Leider werden Ballaststoffe und Vitamine in unserer Ernährung immer seltener und wir nehmen vermehrt den isolierten, puren Zucker zu uns. Dieser geht nicht langsam ins Blut über, sondern lässt den Blutzuckerspiegel rasant nach oben schnellen. Das versetzt den Körper in eine Art Panikreaktion. Er produziert sehr viel Insulin, um den Blutzuckerspiegel schnell wieder auf Normalwert zu bringen. Leider führt das vermehrte Insulin dazu, dass zu viel Zucker aus dem Blut in die Zellen abtransportiert wird – wir haben nach kürzester Zeit wieder Hunger. Meistens dann richtigen Heißhunger auf schnell verfügbaren Zucker. So gerät man in einen Teufelskreis, den viele Tag für Tag durchleben, wenn bereits der Morgen mit zuckerhaltigem Müsli, Marmelade, Toastbrot oder einem Schokodrink beginnt.

 

Ist Zucker denn so schädlich?

Zucker hat viele negative Auswirkungen auf den Körper. Er macht zuerst schlaff, antriebslos und müde. Hält uns von unserer Traumfigur ab und sorgt für unangenehme Zahnarztbesuche. Doch die Folgen von zu hohem Zuckerkonsum können auch ganz anders aussehen:
Zucker kann die folgenden Symptome auslösen oder an deren Entstehung mit beteiligt sein: Müdigkeit, Depressionen, Angstzustände, Magen- und Darmprobleme wie Durchfall und Verstopfung, Haarausfall, Hautkrankheiten, Nervosität, Schlafstörungen, Konzentrationsschwäche – bis hin zu geistiger Verwirrtheit und anderem mehr.
Was von besonderem Interesse ist: Der Körper wird anfällig für „Infektionskrankheiten“. Sein Immunsystem ist am Boden und nicht mehr fähig, den Körper angemessen zu schützen.
Zu viel Zucker macht Menschen außerdem übergewichtig, zersetzt ihre Zähne und kann den gefährlichen Typ-2-Diabetes auslösen. Die Spätfolgen dieser Stoffwechselkrankheit reichen bis zu Sehstörungen und einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität. Doch damit sind längst nicht alle möglichen Zuckerschäden aufgezählt. Studien fördern immer mehr Gefahren zutage. Zu viel Zucker schädigt demnach auch das Herz und beeinträchtigt die Gehirnleistung.

 

Macht Zucker süchtig?

Mehrere Studien haben nachgewiesen, dass uns Zucker tatsächlich süchtig macht. Immer dann, wenn wir Zucker essen, schüttet der Körper das „Wohlfühlhormon“ Dopamin aus. Dopamin signalisiert dem Körper ein gutes Gefühl. Ähnlich wirken auch Suchtstoffe wie Nikotin oder Alkohol. Dadurch werden im Gehirn sogenannte Belohnungspfade angeregt. Der Mensch will immer mehr und immer wieder – bis er schließlich süchtig nach Zucker wird.
„Das Überaktivieren des Belohnungssystems tritt eine Reihe von Problemen los – Kontrollverlust, Essgelüste, und eine erhöhte Zuckertoleranz“, erklärte die Neurowissenschaftlerin Nicole Avena.
Macht Zucker dick?
Nur wer mehr Kalorien aufnimmt, als er verbraucht, nimmt zu. Das bedeutet, dass Zucker allein nicht für Übergewicht verantwortlich gemacht werden kann. Allerdings befindet sich Zucker meist in kalorienreichen und ungesunden Lebensmitteln. Er ist dazu da, sie für uns genussvoller und lecker erscheinen zu lassen. Haben Sie einmal reinen Kakao getrunken, oder eine Kakaobohne gegessen? Wäre in Schokolade nicht diese große Menge an Zucker, würden wir garantiert keine ganze Tafel davon verdrücken können.
Meist sind zuckerhaltige Lebensmittel auch voll mit gesättigten Fettsäuren. Was sie wiederum ungesund und kalorienreich macht.

„Studien haben gezeigt, dass der Verzehr von zuckerhaltigen Getränken mit Übergewicht zusammen hängt“, sagt Professor Hans-Georg Joost vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung. Kein Wunder, denn gerade Cola, Limonade, Eistee oder gesüßte Fruchtsaftgetränke liefern um die 200 Kalorien pro 0,33 Liter, die oft nicht wirklich als Kalorien wahrgenommen werden.

 

Was sollte man also tun?

Seinen Verzehr von Zucker überblicken: Zuerst einmal muss man sich bewusst machen, wie viel Zucker man den Tag über verzehrt. Oft bemerkt man es gar nicht. Den Teelöffel Zucker in den Kaffee, das Stückchen Kuchen am Nachmittag, das gezuckerte Rotkraut zum Mittagessen oder der Schokoriegel auf dem Weg nach Hause. Überall steckt das weiße Pulver.
Ist man sich bewusst geworden, wie häufig man zuckerhaltige Lebensmittel zu sich nimmt, sollte man langsam, nach und nach reduzieren. Ein ruckartiger Verzicht ist wie ein Entzug und so einen hält man meist nicht lange aus. Deswegen rate ich zu einem langsamen Entfernen des Zuckers aus der Ernährung.
Fangen Sie am besten dort an, wo es Ihnen am leichtesten Fällt und arbeiten sich langsam durch. Sie werden merken, wie Sie sich fitter fühlen und Ihre Geschmacksnerven plötzlich viel feiner reagieren.

Versteckter Zucker in unseren Lebensmitteln:
Um den Zuckerkonsum zu reduzieren, sollte man Lebensmittel im Supermarkt genau unter die Lupe nehmen. Denn Zucker taucht im Zutatenverzeichnis nicht nur als „Zucker“ auf. Um den teils hohen Zuckergehalt von einem Produkt zu tarnen, setzten einige Hersteller den Zucker nicht als Gesamtangabe, sondern aufgeteilt in einzelne Zuckersorten auf die Liste.

 

Hinter diesen Begriffen steckt Zucker:

  • Glukose-Fruktosesirup
  • Invertzuckersirup
  • Dextrose
  • Maltodextrin
  • Natürliche Fruchtsüße
  • Laktose

Grundsätzlich gilt: Alle Begriffe auf der Zutatenliste, die „-ose“ oder „-sirup“ enthalten, sind Zucker.

 

Versteckte Zuckerbomben:

Fruchtjoghurts: Oft noch als „fettarm“ beworben, enthalten neben künstlichen Aromen und Zusatzstoffen eine ganze Menge Zucker
Gerade „light“ Produkte enthalten oft mehr Zucker als normale Versionen, das der Geschmacksverslust durch das Fehlen von Fett a auch wieder ausgeglichen werden muss.

Müsliriegel: Hier denkt man oft, man hat etwas Gesundes als Zwischenmahlzeit zu sich genommen und freut sich über gute Inhaltsstoffe wie Cerealien, Nüsse und Früchte, doch in den meisten Fällen enthalten sie mehr Zucker als ein Schokoriegel.

Getränke mit Fruchtgeschmack: Wie zum Beispiel Vitaminwässer, Wasser mit Apfel- oder Pfirsichgeschmack, Sportdrinks und Limonaden. Da hier der Zucker auch noch in flüssiger Form in unseren Körper kommt, sind das die ungesündesten Zuckerlieferanten überhaupt.

Soßen: Das Ketchup mehr aus Zucker als aus Tomaten besteht, ist mittlerweile schon bekannt. Doch auch in vielen fertigen Pasta-Saucen, Grilldips oder sogar in Senf lauert eine große Menge Zucker.

Konservierte Lebensmittel: Bei Pfirsichen, Mandarinen und Ananas aus der Dose weiß man, dass man hier keine gesunde Obstmahlzeit, sondern eher große Portion Zucker, zu sich nimmt. Überraschender ist es jedoch, wenn man sich die Zutatenliste von Erbsen, Kidneybohnen oder Essiggurken aus dem Glas anschaut: Ohne Zucker kommen die wenigsten aus

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