superfoods stephanie lutrelli

Superfood

Superfoods – Mehr als nur ein Trend?

Chiasamen, Amaranth, Gojibeeren und Co. sind derzeit in aller Munde. Was vor 5 Jahren noch keiner kannte, wird plötzlich zum lebensverlängernden Wundermittel. Die Vielfalt in Zeitschriften, Supermärkten oder im Internet ist groß und scheint täglich zuzunehmen. Doch was verbirgt sich hinter den „supergesunden“ Entdeckungen wirklich?

 

Zuerst sollten wir klären, was ein Lebensmittel zu einem  „Superfood“ macht.

Eine offizielle Definition für den Begriff „Superfood“ gibt es nicht. Es gilt: Was aufgrund seines Nährstoffgehalts einen höheren gesundheitlichen Nutzen als andere Nahrungsmittel erwarten lässt, darf als Superfood bezeichnet werden. Diese gesundheitsfördernden Eigenschaften müssen wissenschaftlich nachgewiesen werden und können uns durchaus bei einer ausgewogenen Ernährung unterstützen. Entscheidend dafür ist der Gehalt an wertvollen Inhaltsstoffen, wie Vitamine, Mineralstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren, Antioxidantien und viele mehr. Diese können dazu führen, dass unser Immunsystem gestärkt, der Stoffwechsel entlastet oder unser Energielevel gesteigert wird.

Da die heutige Standardernährung oft von Fastfood, Fertiggerichten und hohem Zuckerkonsum dominiert wird, leiden viele an Vitamin- und Mineralstoffmangel. Durch das Integrieren von Superfoods könnte man diesem Problem entgegenwirken und somit nachweislich ein besseres Wohlbefinden und eine fühlbar bessere Gesundheit erlangen. Doch leider passen Matcha, Quinoa und Co. nicht zu Schnitzel und Pommes. Was ich damit sagen will: Nur durch das Einbauen von Superfoods in den Ernährungsplan, werden Sie keine 10 Jahre älter oder plötzlich jede Grippewelle überstehen. Dafür sollte man seine Ernährung einem gründlichen Frühjahrsputz unterziehen, Fett und Zucker reduzieren und mehr frisches Gemüse und Obst einbauen. Superfoods helfen dabei, den Gerichten mehr Qualität und Raffinesse zu verleihen und sich allgemein gesünderen Rezepten zu widmen. So kann man zum Beispiel eiweiß- und ballaststoffreiches Quinoa anstelle von Nudeln oder weißem Reis nehmen, oder den morgendlichen Kaffee durch einen entzündungshemmenden und antioxidativ wirkenden Matcha (gemahlener Grüntee) ersetzen.

Doch man sollte vorsichtig sein. Natürliche, pflanzliche Lebensmittel, die man als Superfood vermarkten kann, werden oft zu horrenden Preisen angeboten, obwohl sie sich nur gering von ähnlichen Produkten unterscheiden. Oft ist es auch so, dass Produkte, bei denen die Nachfrage aufgrund ihrer guten Inhaltsstoffe rasch ansteigt, plötzlich in großen Massen produziert werden und somit an Qualität und Gesundheitsnutzen verlieren können. Seien sie also vorsichtig beim Kauf von Superfoods, achten sie bestenfalls auf Bioqualität und ziehen Sie Produkte aus einem Biofachhandel denen aus dem Discounter vor.

Natürlich kann man von diesen gesunden Lebensmitteln keine Wunder erwarten und sollte nicht allzu enttäuscht sein, wenn man nach einem Monat noch keine großen Veränderungen bemerkt. Den Mangel an Vitaminen bemerkt man  auch oft erst nach einigen Jahren. Wenn Sie Ihr Essverhalten jedoch grundsätzlich optimieren möchten, dann lassen Sie sich gerne von Rezepten mit Superfoods inspirieren und trauen Sie sich an neue Gerichte.

3 Superfoods zum Kennenlernen:

Chiasamen: Diese kleinen Samen haben in den letzten Jahren vermehrt Einzug in unsere Küche erhalten. Sie stammen ursprünglich aus Mexico und sind reich an essenziellen Fettsäuren und zwar den Omega-3-Fettsäuren. Diese findet man sonst in Lebensmitteln wie Leinöl, Hanföl, Walnussöl oder Rapsöl. Benutzen Sie vorwiegend Sonnenblumen- oder Olivenöl fehlt Ihnen diese wichtige Fettsäure. Ergänzen Sie also Chiasamen in Ihrem Müsli, in Desserts, oder beim Backen. Chiasamen haben noch einen angenehmen Nebeneffekt. Sie binden Wasser an sich und quellen stark auf. Das führt dazu, dass sich nach dem Verzehr der Mageninhalt vergrößert und man so schneller satt wird. Wichtig ist dabei jedoch genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen.

Amaranth: Wird auch als „Inka-Getreide“ bezeichnet. Die kleinen Körner liefern viel Eisen, Magnesium und Kalium und sind dabei voll von pflanzlichem Protein und Aminosäuren. Vor allem bei einer Glutenunverträglichkeit kann dieses Getreide als Beilage gegessen werden, oder als Zusatz im Müsli.

Matcha: Gemahlene grüne Teeblätter. Grüner Tee ist seid Jahrtausende bekannt dafür, dass er gesundheitsfördernd wirkt und Matcha Tee ist eine Variante, die 10 Mal so viel Nährstoffe enthält als normaler grüner Tee. Er wirkt stimmulierend, enthält eine hohe Zahl an Antioxidantien (Diese spielen eine wichtige Rolle bei Entgiftungsprozessen, die im Körper ablaufen). Sie sorgen dafür, dass das Immunsystem unterstützt wird und beugen vorzeitiges Altern  vor. Das Chlorophyll, das in Matcha Tee enthalten ist, hilft den Körper zu entgiften.

Viele der modernen Superfoods stammen aus fernen Ländern und legen eine weite Reise bis zu uns auf den Esstisch zurück. Dabei haben wir ganz vergessen, dass auch heimische Produkte wahre Alleskönner sind. Hier ein paar Beispiele:

Brennessel: Voll von Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen sind Brennesseln das beste Mittel um den Körper zu entschlacken und Giftstoffe auszuleiten. Mit heißem Wasser übergossen als Tee, im Smoothie oder Salat kann man von ihrer reinigenden Wirkung profitieren. Und das Beste: Völlig kostenlos, den sie wachsen fast überall an Waldrändern oder sogar im Garten.

Feldsalat: Vitamin C, Eisen und Carotin liefern diese leckeren kleinen Blätter. Außerdem ist grünes Blattgemüse wichtig für einen ausgeglichenen Säure-Basenhaushalt. Als Salat zusammen mit Granatapfelkernen und Walnussöl haben Sie eine perfekte Superfood-Kombination.

Beeren: Die kleinen Power-Früchte bestechen durch einen hohen Gehalt an Vitaminen und Mineralen sowie reichlich Ballaststoffe, die die Darmtätigkeit fördern. Gleichzeitig besitzen Beeren eine Vielzahl sekundärer Pflanzenstoffe wie Flavonoide und Anthocyane, die antiviral, antioxidativ, entzündungshemmend und blutdruckregulierend wirken.

 

Abschliessend möchte ich sagen, dass die steigende Beliebtheit der Superfoods durchaus bereichtigt ist und sie dafür sorgen können, dass wir mehr Vitamine und Mineralstoffe zu uns nehmen. In guter Qualität bereichern Sie unseren Speiseplan und ermutigen zu neuen Rezepten und Geschmackserlebnissen.

0 Kommentare

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.