Darm mit Charm meine Erfahrung mit dem Buch

Darm mit Charme – alles über ein unterschätztes Organ.

Giulia Enders ist eine junge Medizinstudentin, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, das komplexe Thema der Verdauungsphysiologie der breiten, unwissenden Öffentlichkeit näherzubringen.

 

Das ist ihr mit diesem Sachbuch-Bestseller äußerst gut gelungen. Sie hat es geschafft durchaus komplizierte, biologische Aspekte mit einem charmanten und unterhaltsamen Schreibstil und den kreativen Zeichnungen ihrer Schwester Jil für den interessierten Leser unkompliziert und verständlich darzulegen.

 

Zur Medizin hat sie ihre eigene Neurodermitis gebracht. Die Texte, die sie als Schülerin über ihre Krankheit las, hatten sie derart fasziniert, dass sie immer mehr darüber erfahren wollte. Nach bestandenem Abitur schrieb sie sich schließlich in Frankfurt am Main für Medizin ein, wo sich schon in den ersten Semestern ihre Begeisterung für den Darm entwickelte.

 

Es sei ihr Lieblingsorgan und sie findet es schade, dass wir viel zu wenig darüber wissen und es in der Gesellschaft ein Tabu Thema ist.

 

Dabei ist der Darm ein wundervolles, eigenständiges Wesen, wie einem nach diesem Buch klar wird. Wir verdanken ihm viel mehr als uns bewusst ist.

 

In „Darm mit Charme“ erfahren wir nicht nur, wo die Verdauung anfängt und wo sie aufhört, wie der Darm mit dem Gehirn zusammenarbeitet und dass er sogar sehr viel mit unseren Gefühlen zu tun hat, sondern auch, wie und warum etwas auf dem langen Verdauungsweg „schief“ laufen kann (Durchfall, Verstopfung, Übelkeit, Erbrechen als Schutzreaktion des Körpers usw.) und weshalb das Nervensystem des Darms ein „Gewohnheitstierchen“ ist und am liebsten überhaupt keine Veränderungen wie Stress, Hektik, ungewohnte Ernährung im Urlaub usw. mag.

 

Die Autorin geht auch auf Nahrungsmittelallergien und -unverträglichkeiten ein und erklärt genau, was es mit der Gluten-Unverträglichkeit, Lactose-Intoleranz, Fructose-Intoleranz und anderen Störungen auf sich hat.

 

„Stimmt es, dass wir alle falsch auf dem Klo sitzen? Wieso können wir aus Steak, Apfel oder Bratkartoffeln Energie machen, während ein Auto nur bestimmte Sorten Benzin verträgt? Wozu gibt es den Blinddarm, und warum hat Kot immer die gleiche Farbe?“, sind nur einige Fragen, die Giulia Enders mit ihrem ganz eigenen Charme und stets einer Prise Humor, höchst anschaulich beantwortet.

 

Dabei vertritt sie ein klares Statement: Wir müssen unseren Darm nicht immer skeptisch und befremdet anschauen; wir können ihn als das sehen, was er ist: ein Teil von uns, der wie wir lacht und weint und mit und für uns arbeitet. Deswegen sollten wir auch mit und für ihn arbeiten. Und ihm ein bisschen mehr Liebe schenken, denn die hat er verdient.
Überhaupt lässt Enders immer wieder ihre große Zuneigung zu diesem totgeschwiegenen Organ durchblicken. Für sie sind der Darm und seine Bakterienwelt ein wahres Prachtschauspiel.

 

Ein unterhaltsames und überaus informatives Buch rund um den Darm, die Verdauung und unseren eigenen Körper. Es lässt die eigene Lebensweise kritisch überdenken, enthält viele wissenswerte Informationen und ist damit eine große Empfehlung und eine Bereicherung für jedes Bücherregal.

 

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